Mögen die Spiele beginnen!

Wenn Mensch und Hund miteinander spielen, ist das eine der wohl schönsten Möglichkeiten, Zeit miteinander zu verbringen und die Bindung zu stärken. Wenn das Spiel dann auch noch in geregelten Bahnen verläuft, sodass es nicht nur Spaß macht, sondern auch noch in vielerlei Hinsicht sinnvoll ist – dann gefällt es mir zumindest gleich noch viel besser. 🙂 Warum es also sinnvoll ist, beim Spielen gewisse Regeln einzuhalten, welche das in unserem Fall sind und welche Spiele Dante besonders gerne mag, möchte ich euch in diesem Beitrag einmal erzählen.

Dantes Spielregeln

Ziel der Regeln

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Ich bin bereit! Du auch?

Dante gehört (noch) nicht zu den Hunden, die sich von selbst gut entspannen können. Wir trainieren fleißig und es wird auch immer besser, aber bis er ein wirklich rundum entspannter Hund wird, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Deshalb ist es wichtig, dass er weiß, wann etwas von ihm verlangt wird – und wenn ja: was – und wann er sozusagen „abgemeldet“ ist. Durch klare Strukturen und Routinen kann man ihm das am besten vermitteln. Außerdem lässt sich das Erregungslevel während des Spiels durch die nachfolgenden Regeln sehr gut steuern, sodass es nicht allzu wild wird. So können wir – ganz wichtig – das Spiel jederzeit beenden und Dante akzeptiert und versteht es. In diesem Sinne: mögen die Spiele beginnen! 🙂

1. Wir eröffnen das Spiel

Wenn Dante Lust hat zu spielen, teilt er uns das mal mehr, mal weniger aufdringlich mit. Damit er irgendwann möglichst gar nicht mehr aufdringlich ist, ignorieren wir seine Spielaufforderungen bis er sich wieder völlig ruhig verhält und eröffnen das Spiel dann unsererseits mit dem Signal: „Wollen wir spielen?“ Das gilt natürlich ebenfalls, wenn er gerade gar nicht ans Spielen denkt, wir aber Lust darauf hätten. So lernt er direkt, dass Meckern und Drängeln nicht zielführend sind und kann so lange entspannt irgendwo liegen, bis wir ihm Aufmerksamkeit schenken und somit auch sein ruhiges Verhalten belohnen.

2. Wir beenden das Spiel

Wenn es genug des Guten ist, beenden wir das Spiel mit dem Schlusssignal „Fertig“ klar und konsequent. Danach geht es auch nicht weiter, egal wie sehr er bettelt. Inzwischen tut er das jedoch kaum noch und kommt viel schneller nach einer actionreichen Spieleinheit zur Ruhe – was wir ja auch erreichen möchten.

3. Nur Spielzeug ist wirklich Spielzeug…

… es sei denn, wir erlauben ausdrücklich etwas Anderes. Da Dante aber ein sehr kreativer Zeitgenosse ist, der ständig irgendwelche Dinge klaut, die seiner Meinung nach ein 1A-Spielzeug abgeben, nehmen wir ihm den Gegenstand mit einem klaren, aber freundlichen „Nein“ ab und geben ihm stattdessen eins seiner eigenen Spielzeuge. So lernt er recht zuverlässig, womit er spielen darf und womit nicht und hält sich meistens auch daran, wenn wir gerade nicht in der Nähe sind. Meistens… Bisher mussten nur ein Teelicht und ausgerechnet mein Laptop-Ladekabel dran glauben. 😉

4. Spielzeug liegt in der Kiste

Bis auf 1-2 seiner Standardspielzeuge, die Dante jederzeit zur freien Verfügung hat, „wohnen“ die anderen in einer Kiste. Wir suchen dann entweder eines daraus aus, wenn wir ein Spiel eröffnen, oder Dante darf selbst wählen. Dadurch, dass er nicht alle Spielzeuge immer zur Verfügung hat, bleiben sie lange spannend und man muss nicht ständig neue kaufen. Außerdem entsteht so keine Reizüberflutung und auch das fördert die Ruhe in der Wohnung ungemein.

Dantes Top 5

Kommen wir nun zu Dantes Lieblingsspielen. ❤ Von allen Möglichkeiten, die die große Welt des Spielens bietet, haben wir natürlich noch längst nicht alles ausprobiert, aber trotzdem gibt es ganz klar ein paar Favoriten, für die Dante immer zu haben ist. Eigentlich lassen sie sich nicht so gut chronologisch ordnen, da es immer auf die Situation, die aktuelle Stimmung, etc. ankommt. Aber ich versuche es trotzdem mal. 😉 Hier sind sie also: Dantes Top 5 der Lieblingsspiele!

Platz 5: Intelligenztests

Darunter kann man im Prinzip alles fassen, das den Hund zum Knobeln anregt. Das tut Dante nämlich sehr gerne und er ist auch unheimlich gut darin, aber wenn es darum geht, lange an einer Aufgabe herumzurätseln, verliert er schnell die Geduld und ist frustriert. Zum Glück ist er aber ein kluges Köpfchen und kommt in den allermeisten Fällen in weniger als einer Minute auf die richtige Lösung: Leckerli an einer Schnur unter einem flachen Möbelstück herausziehen, Leckerli unter einer umgestülpten Schüssel herausholen, Leckerli hinter einem Karton finden (räumliches Denken ist gefragt!), einen Eierkarton öffnen, und so weiter und so fort. Viele dieser Ideen stammen aus dem Hunde-Adventskalender 2017 von Claudia Hußmann, die mit ihrem „Traumhundgenerator“ enorm dazu  beigetragen hat, dass Dante ein so toller Hund geworden ist. Dazu werde ich bald noch einen eigenen Beitrag schreiben.

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Xolo-Pfoten: sehr stark und geschickt!

Zur Lösung all dieser Rätsel kommen ihm immer wieder seine faszinierenden Xolo-Pfoten zugute, die er unheimlich geschickt einsetzen kann, um damit beispielsweise etwas festzuhalten oder zu öffnen. Xolos haben nämlich ganz besondere Pfoten, die eher den Katzen- als den Hundepfoten ähneln und die zwischen den einzelnen Zehen sogar Schwimmhäute haben. 😉

Platz 4: „Hündisch“ spielen

So nenne ich es jetzt mal, wenn wir uns zu Dante auf den Boden zu setzen, ihn beschnuppern, uns beschnuppern lassen, Bellgeräusche imitieren, die Spielhaltung eines Hundes einnehmen und raufen. Klingt verrückt, macht aber sowohl uns als auch Dante unheimlich viel Spaß. Draußen auf freiem Feld kann man das noch mit gemeinsamen Rennen und Hüpfen kombinieren und die Party ist perfekt!

Platz 3: Kauen

Kauen ist für Hunde ein Grundbedürfnis und sollte immer genügend Beachtung finden. Wenn Dante mit uns auf dem Sofa liegt, aber noch nicht ganz zur Ruhe kommt, hilft es ihm sehr, auf einem seiner Spielzeuge herumzukauen. Dabei lässt sich der „Härtegrad“ von Baumwollknoten bis Stoffmaus nach Belieben variieren. 🙂 Wenn man das Spielzeug dabei langsam dreht und wendet, sodass er ständig neu ansetzen muss, bleibt es lange spannend und macht trotzdem müde. Man kann dabei sogar ganz entspannt fernsehen oder sich unterhalten. Die Standardspielzeuge, die Dante immer zur freien Verfügung hat, nutzt er auch mehrmals täglich zum Kauen. Dann legt er sich damit auf einen seiner Plätze und nagt genüsslich daran herum. Besonders nach dem morgendlichen Putzen macht er das lange und sehr intensiv.

Platz 2: Zerren – aber richtig!

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Bisschen irre, aber süß. 😉

Dante liebt es, wenn wir mit ihm an seinem Spielzeug zerren, insbesondere der KONG Snugga Wubba ist da ganz hoch im Kurs. Den hat er auch schon seit er ganz klein ist und obwohl der Wubba inzwischen ein bisschen ausgeleiert ist, muss ich sagen, dass er enorm viel aushält. Ich glaube, wir haben ihn in der Größe L. Zum Sinn und Aufbau von Zerrspielen mit Mehrwert hat Sabrina Neubauer-Reichel von VitaCanis einen tollen Artikel geschrieben, der uns auch dazu angeregt hat, das Zerren in geordnete Bahnen zu lenken und guten Gewissens öfter mal nach Lust und Laune einfach zu machen. Seitdem wir uns an diese Tipps halten, macht uns das Zerren sogar noch mehr Spaß.

Uuuuund – Platz 1: Suchspiele

Dante ist ein absolutes „Nasentier“. Natürlich setzen alle Hunde ihre Nasen gerne und sehr erfolgreich ein, aber gerade die „Nasenarbeit“ gehört zu den Aufgaben, die Dante am meisten Spaß machen. Wir haben ganz klassisch damit angefangen Leckerlis zu verstecken – natürlich mit steigenden Schwierigkeitsgrad sowohl drinnen als auch draußen. Das machen wir auch immer noch, weil es nie langweilig wird und tausend Möglichkeiten bietet. Inzwischen spielen wir aber auch sehr gern das „Schnüffelmemory“ von Glückshund. Dabei muss Dante einen bestimmten Geruch aufspüren und anzeigen. In unserem Fall ist das eine Zimtstange in einem kleinen Stoffsäckchen. Das muss er mit der Nase anstupsen und wenn er das Richtige gefunden hat, gibt es eine Belohnung.

Suchspiele lasten Hunde enorm artgerecht aus, fahren das Erregungslevel nicht zu hoch, lassen sich beliebig variieren und im Schwierigkeitsgrad steigern und können überall und jederzeit gespielt werden. Kein Wunder also, dass sie Dantes Nummer 1 sind. 😉

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2 Kommentare zu „Mögen die Spiele beginnen!

Gib deinen ab

  1. Tolle Tipps, Jana, Zerren ist bei Duke auf Platz 1 und auf Platz 2 die Nasenarbeit. Ein Spielesignal müssen wir nochmal neu aufbauen, da habe ich, glaube ich, was falsch gemacht. Aber der Zerrspiel-Artikel ist sehr hilfreich. Duke gibt mir zuweilen auch den Ball, wenn er mir aus der Hand fällt oder ich ihn gewinnen ließ, dann hält er mir immer den Ball so hin, dass ich ihn nehmen kann, das begeistert mich immer wieder. Wenn er sagt, ich will spielen, dass steht er in meiner Nähe mit seinem grünen Kong-Ball, siehe Blog, und lässt ihn laut auf den Boden fallen, nie auf den Teppich, nur aufs Laminat, denn er glaubt, das ich taub bin ;-).Platz 3 verbindet Duke mit Platz 1, denn der Ball lässt sich super bekauen, andere Kauspielzeuge interessieren ihn nicht mehr. Ja, vielleicht, weil er stets Zugriff hat, aber seine Kiste durchwühlt er immer mal wieder aufs Neue, seine zwei Stücke Hirschgeweih nutzt er zum Energielevel senken, wenn Besuch gekommen ist, dann liegt er auf seinem Platz und es klingt zuweilen, als würde ein Hirsch röhren, LOL, hahahah, total verrückt, aber gut für seine Zähne. Platz 4 und 5 ist bei uns genauso, wie bei Dante. Alles Liebe sendet Meggy. Hach, ich glaube, ich muss jetzt mal mit ihm spielen gehen. Euch noch viel Spaß und danke für die Anregungen. Dukiii lässt grüßen, hat aber jetzt keine Zeit mehr. xxxxx

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Dukiii und Meggy, das freut mich sehr, dass ein paar Anregungen für euch dabei waren. Wow, toll, wie kooperativ Duke ist! Wenn Dante „gewinnt“ und uns sein Spielzeug aus der Hand gerissen hat, schleudert er es wie einen Morgenstern durch die Gegend, sodass man schleunigst alles, was nicht zu Bruch gehen sollte, aus dem Weg räumen muss, haha.
      So ein Geweihstück hat Dante seit letzter Woche auch, aber noch hat er diesbezüglich leider keine Ausdauer gezeigt – schade, für die Zähne würde es mich nämlich freuen. 😉 Dafür hat er einen Riesenspaß daran, es – wie von dir beschrieben – laut scheppernd auf den Boden fallen zu lassen und es durch die Gegend zu kicken. Wir üben gerade, es ihm dann jedes Mal abzunehmen und ihm erst wieder zu geben, wenn er sich auf den Teppich gelegt hat. Ich glaube, der Groschen ist auch schon gefallen… 🙂
      Habt ganz viel Spaß beim Spielen und Zerren! Alles Liebe ❤

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